9.12.-10.12. Weihnachtsmarkt in Beerfurth mit Lebkuchenbäcker, Schokoladenmanufaktur, selbstgemachten Kerzen, Glasbläser für Kinder, Alpakas und dem Gäulschesmacher



Tradition seit über 100 Jahren

1899 Adam Krämer mietete sich in der Schulstraße in Pfaffen-Beerfurth einen Raum und begann die Odenwälder Gailchen zu fertigen,aber auch Kinderschubkarren aus Holz, Holzeisenbahnen und andere Holzspielwaren.

Erstmals schriftliche Erwähnung findet sich 1909 im Archiv zu Ober-Kainsbach, anlässlich der Erbauung des Hauses an der Siegfriedstraße, (heutiger Standort) das zur damaligen Zeit in der Gemarkung Ober-Kainsbach lag. Das Haus an der Siegfried-straße wurde als Wirtschaft (Zum Schönsten Wiesengrunde) und Werkstatt gebaut.

Die Firma arbeitete zu dieser Zeit mit mehreren Lehrlingen und Gesellen, der Verkauf erfolgte hauptsächlich über den Groß-handel. In der Werkstatt war ein Hauptmotor mit Transmission installiert, alle Maschinen wurden damit angetrieben.

1948 Georg Adam Krämer übernimmt Teile der Firma und eine Hälfte des Hauses an der Siegfriedstraße von seinem Vater (andere Teile der Firma und die andere Hälfte des Hauses bekam Philipp Adam Krämer I).

Bedingt durch die Teilung und die Schwierige Zeit nach dem Krieg begann Philipp Adam Krämer bald mit dem Betreiben einer Tankstelle und einer Fahrschule. Georg Adam Krämer hatte durch die Teilung von Haus und Firma ebenso Probleme, konnte diese aber mit Hilfe seines Sohnes bewältigen und produzierte Schaukelpferde, Stühlchen, Sandwagen, Schubkarren, Pferde im Gespann und einzeln. So bekam z. B. am 20.November 1954 Spielwaren Feix Darmstadt 3 St. Schaukelstuhl zum Stückpreis von DM 5,90 und am 5. Mai 1957 Firma Sattler Spielwaren Reichelsheim / Odw. 4 St. Schiebkarren zum Stückpreis von DM 3,75.

Ebenso wurden auch Lohndreharbeiten für verschiedene Schreinereien und Möbelschreiner durchgeführt, z. B. am 4.Februar 1959 für die Firma Vollrath Schreinerei in Winter-kasten 16 St. Diverses a. Stück DM 0,33, und vom 20.03.1959 bis 22.06.1959 für die Firma Adam Götz Bau- und Möbel-schreinerei Bockenrod insgesamt 245 St. Tischbeine gedrechselt, das Stück zu DM 0,50.

Durch das Aufkommen von Blech- und später Plastikspielzeug nahm der Absatz der Odenwälder Gäulchen stark ab. Ende der 50-ziger, Anfang der 60-ziger Jahre wurde die Produktion von Kinderschaukelstühlchen mit Pferdekopf von der Firma Becker aus Niedernhausen (einer der größten Gäulchesmacher im Odenwald) übernommen, da dieser sich auf die Fertigung von Büromöbeln und Karteikästen spezialisiert hatte, diese wurden nun für den Großhandel produziert.

1961 Philipp Adam Krämer (genannt Adam) übernahm den Betrieb von seinem Vater.

Er begann die Produktion der Kinderschaukelstühlchen nun zu optimieren, um größere Aufträge entgegen nehmen zu können. So wurde z. B. eine Holzbiegemaschine angeschafft, um sich das Ausschneiden der Kufen und der Rückenlehnen zu ersparen, zudem machte diese Fertigungsmethode die Schaukelstühlchen haltbarer. Nach und nach wurde der Maschinenpark modernisiert, um noch besser auf die Wünsche der Großhändler eingehen zu können. Ganz selten wurde in dieser Zeit noch Pferdchen hergestellt, z. B. vor Weihnachten 7 Schaukelpferde für Privatkunden.

Mit der Europäisierung und der Erfordernis, schneller und besser zu produzieren, war es notwendig auch den Leimfarben lebe wohl zu sagen, denn leckten die Kinder an Leimfarben, so wurde die Zunge rot oder blau. Mit neuen Farben konnte die CE Norm sowie die DIN Norm für Spielzeuge erfüllt werden und die Fertigung besser gestaltet werden.

Anfang der Siebziger Jahre erkannte Adam Krämer, dass öfters Privatkunden zu ihm kamen und nach den Pferdchen, den Odenwälder Gäulchen, fragten. An der Straße wurde ein Schaufenster eingebaut und die Odenwälder Gäulchen wieder öfter verkauft. Zugleich wurden auch Holzspielwaren anderer Hersteller angeboten.

1996 Harald Boos tritt in die Firma ein, am 24.09.1997 übergab Philipp Adam Krämer den Betrieb an seinen Schwiegersohn Harald Boos und dessen Ehefrau Annette Krämer.

Die Übergabe konnte erst zu diesem späten Zeitpunkt erfolgen, da Harald Boos noch eine Prüfung zum Erlangen der Ausnahmegenehmigung als Holzspielzeugmacher ablegen mußte.

Harald Boos und Annette Krämer haben einen veränderten Markt vorgefunden, die Großhändler gibt es nicht mehr. In den vorangegangenen Jahren haben sich nach und nach die Großhändler durch Geschäftsaufgabe oder Konkurs vom Markt zurückgezogen, sodass heute nur noch der Ladenverkauf, einigen Museen und Einzelhändler den Betrieb tragen. Hier wurde von Philipp Adam Krämer aber bereits in weiser Voraussicht 1996 der Bau eines neuen Ladens begonnen, der fertiggestellt am 24.09.1997 eingeweiht wurde.

Harald Boos und Annette Krämer wollen den Betrieb in bewährter Form mit den traditionellen Produkten fortführen und gleichzeitig Produkte anbieten, die dem Zeitgeist entsprechen, so wird es die Pferde auch in der Ausführung mit Naturwachsen geben.

Als neuer Renner hat sich ein Hasengespann entwickelt, eine Kombination aus altem Muster und neuer Idee. Vor allem die Musterkiste des Urgroßvaters Adam Krämer hat sich als wahre Schatzkiste entpuppt - in den nächsten Jahren wird in ihr noch manches gute Stück wieder neu zu entdecken sein. Der Musterkiste sind bislang schon neue Formate entsprungen, die so genannten Sammlerpferde.

Parallel zur Erweiterung des Gäulschen-Angebots wurden auch Holzspielwaren anderer renommierter Hersteller in das Sortiment aufgenommen, wobei Harald Boos und Annette Krämer größten Wert auf gute Qualität legen.

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