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Odenwälder Gäulschen (Gaul = Pferd)

Da die Arbeit für Holz- und Horndreher immer weniger wurde, brachte ein Horndreher Mitte des 19. Jahrhunderts ein Pferdchen mit in den Odenwald, um sich neue Einnahmequellen zu sichern. So begannen er und andere die “Odenwälder Gailchen” zu fertigen, aber auch Kinderschubkarren aus Holz, Spielreifen, Holzeisenbahnen und andere Holzspielwaren wurden hergestellt.

Insbesondere die Herstellung der Pferdchen brachte ihnen den Namen Gäulschesmacher ein. Größere Aufträge bekamen sie von den Spielzeugverlegern, die als Großhändler die Erzeugnisse kleinerer Werkstätten aufkauften und an die Einzelhändler weitergaben. Sie verlangten von allen Lieferanten die gleiche Ware. Dieser Umstand sowie die Sitte der Gäulschesmacher, sich ihre Söhne gegenseitig in die Lehre zuschicken, bewirkte, dass sich die Spielsachen der einzelnen Werkstätten weitgehend glichen.

Um die Jahrhundertwende gab es im Bereich Starkenburg / Odenwald 23 Gäulschesmacher mit dem Schwerpunkt Niedernhausen, im Gersprenztal und in den Dörfern um das Schoß Lichtenberg.

Die typische Form der Odenwälder Gäulschen ist ihr walzenförmiger Körper, die steifen Beine (die von einem gedrechselten Rundholz abgespalten und im Gegensatz zu den Pferden Thüringens nicht mit Masse modelliert werden) und vor allem die Bemalung mit dem traditionellen Apfelschimmelmuster, dem roten Sattel und der blauen Satteldecke.

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